Vitamin- und Mineralstoffbedarf in der menschlichen Ernährung, zweite Ausgabe
WHO/FAO nannte 2004 für bestimmte Erwachsenengruppen 1.000 mg Calcium pro Tag und betonte die Abhängigkeit von Ernährungsannahmen.
Warum diese Quelle relevant ist
Das Dokument ordnet Calcium nicht nur als Bestandteil des Skeletts ein. Es beschreibt Calcium außerdem als wichtig für neuromuskuläre Vorgänge und Signale innerhalb von Zellen. Damit verbindet die Quelle physiologische Funktionen mit der Frage, wie eine gruppenbezogene empfohlene Zufuhr abgeleitet wird.
Entstehungsgrundlage
Die zweite Ausgabe von 2004 beschreibt einen institutionellen Referenzrahmen für den Calciumbedarf. Die Quelle unterscheidet Lebensphasen sowie alternative Annahmen zur Ernährung. Die zentrale Tabelle stützt sich auf nordamerikanische und westeuropäische Daten. Es handelt sich nicht um eine Interventionsstudie und nicht um eine persönliche Dosierungsanweisung.
Die Quelle beschreibt zwei Wege der Calciumaufnahme im Darm: einen aktiven, sättigbaren Transport und eine passive Aufnahme. Außerdem hebt sie große internationale Unterschiede der Calciumzufuhr hervor, die stark mit dem Verzehr von Milchprodukten zusammenhängen.
Referenzwerte und ihre Bedingungen
WHO/FAO empfahl 2004 für Frauen ab 19 Jahren bis zur Menopause sowie für Männer im Alter von 19 bis 65 Jahren 1.000 mg Calcium pro Tag. Der Wert gilt für die beschriebenen Referenzgruppen und beschreibt eine gruppenbezogene Zufuhr unter den Annahmen des damaligen Modells.
Besonders wichtig ist die Transparenz der Quelle: Die Hauptempfehlungen stammen aus westlichen Bilanzdaten. Aufnahme und Ausscheidung hängen unter anderem von Vitamin-D-Status, Natrium- und Proteinzufuhr, Alter und Menopausenstatus ab. Eine weitere Tabelle enthält ausdrücklich theoretische alternative Zufuhrwerte unter anderen Annahmen zur tierischen Proteinzufuhr. Der Zahlenwert darf daher weder als zeitlos universeller Bedarf noch als persönliche Supplementmenge gelesen werden.
Grenzen und Einordnung
Die Veröffentlichung stammt aus dem Jahr 2004. Die Übertragung der überwiegend aus entwickelten Ländern hoher Breitengrade abgeleiteten Werte auf andere Kulturen und Ernährungsumgebungen beschreibt die Quelle als vorläufig. Sie warnt zudem, dass spekulative Berechnungen wegen weiterer unbekannter Einflussgrößen falsch sein können.
Die physiologische Bedeutung von Calcium begründet eine angemessene Versorgung. Sie beweist jedoch nicht, dass zusätzliche Mengen oberhalb einer ausreichenden Zufuhr einen klinischen Nutzen haben.
Fazit
WHO/FAO nannte 2004 für Männer von 19 bis 65 Jahren und Frauen ab 19 Jahren bis zur Menopause 1.000 mg Calcium pro Tag. Zugleich begrenzt die Quelle ihre eigene Aussage: Die Haupttabelle beruht auf westlichen Daten, und andere Ernährungsannahmen können zu anderen theoretischen Anforderungen führen. Der Wert ist daher ein historisch und methodisch eingeordneter Gruppenreferenzwert, keine persönliche Supplementdosis.