Empfehlungen der internationalen evidenzbasierten Leitlinie 2023 zur Beurteilung und Versorgung des polyzystischen Ovarialsyndroms

Die internationale PCOS-Leitlinie beschreibt mögliche Stoffwechseleffekte von Inositol, begrenzten klinischen Nutzen und erhebliche Unsicherheit bei unerfülltem Kinderwunsch.

Wie die Leitlinie entstand

Die Leitlinie zum polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) aktualisiert die Fassung von 2018. An der Überarbeitung waren Fachleute und Frauen mit PCOS beteiligt. Die Entwicklung nutzte AGREE II und GRADE, Verfahren zur Leitlinienentwicklung und Bewertung der Evidenz.

Was sie über Inositol berichtet

Für Frauen mit PCOS nennt die Leitlinie mögliche Verbesserungen von Stoffwechselmessgrößen. Der klinische Nutzen bei Eisprung, vermehrter Körperbehaarung und Gewicht bleibt jedoch begrenzt. Bei der Einordnung berücksichtigt die Leitlinie individuelle Präferenzen und Wertvorstellungen.

Bestimmte Inositolformen, Mengen oder Kombinationen können für Erwachsene und Jugendliche mit PCOS wegen fehlender hochwertiger Evidenz nicht empfohlen werden. Zudem können sich regulatorischer Status und Qualitätskontrolle von Arzneimitteln unterscheiden; Mengen und Qualität von Präparaten können variieren.

Besondere Unsicherheit bei Infertilität

Bei Frauen mit PCOS und Infertilität, also eingeschränkter Fruchtbarkeit, stuft die Leitlinie Inositol allein oder in Kombination als experimentell ein. Nutzen und Risiken sind zu unsicher für eine Empfehlung als Fertilitätstherapie. Die Evidenz zu Eisprung, klinischer Schwangerschaft und Lebendgeburt ist begrenzt und unsicher.

Im Abschnitt zur Infertilität werden auch Nebenwirkungen und Sicherheit als nicht bekannt bezeichnet. Diese Aussage gehört zu diesem Anwendungskontext und lässt sich nicht pauschal auf jede andere Verwendung übertragen.

Fazit

Mögliche Veränderungen von Stoffwechselmessgrößen begründen keine verlässliche Aussage zu klinischem Nutzen oder Fruchtbarkeit. Die Leitlinie trägt keine Empfehlung für eine bestimmte Inositolform oder persönliche Dosierung.

Quellen

  1. Teede HJ et al. (2023). Recommendations From the 2023 International Evidence-based Guideline for the Assessment and Management of Polycystic Ovary Syndrome. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism. DOI: 10.1210/clinem/dgad463. PMID: 37580314.