Selen im Vergleich zur Kontrolle bei endokriner Orbitopathie in einer ausreichend mit Selen versorgten Region: eine randomisierte klinische Studie

In der SeGOSS-Studie zeigte sich nach sechs Monaten kein signifikanter Unterschied im primären Lebensqualitätsendpunkt zwischen Selen- und Kontrollgruppe.

Was untersucht wurde

Die randomisierte, offene Studie wurde an mehreren Zentren in einer ausreichend mit Selen versorgten Region durchgeführt. Sie untersuchte Menschen mit leichter bis mittelschwerer endokriner Orbitopathie. Von 84 aufgenommenen Personen schlossen 70 die Studie ab.

Die Interventionsgruppe erhielt sechs Monate lang Selen zusammen mit einem Vitamin-B-Komplex. Entscheidend war die Veränderung des gesamten GO-QOL-Scores, eines Maßes für die krankheitsspezifische Lebensqualität.

Ergebnisse nach drei und sechs Monaten

Nach sechs Monaten verbesserten sich die Scores in den beiden Gruppen um 12,2 beziehungsweise 11,2 Punkte. Die berichtete Gruppendifferenz betrug 0,9 Punkte, das Konfidenzintervall reichte von −9,3 bis 11,3 Punkten. Der Unterschied war statistisch nicht signifikant (p = 0,85).

Nach drei Monaten hatten dagegen mehr Teilnehmende der Selengruppe verbesserte GO-QOL-Werte als in der Kontrollgruppe (p = 0,01). Das war ein sekundärer Endpunkt; der vorübergehende Vorteil blieb nach sechs Monaten nicht bestehen.

Grenzen

Das offene Design und die Untersuchung in einer ausreichend versorgten Region begrenzen die Übertragbarkeit. Ein zeitweiliger Unterschied bei einem sekundären Endpunkt ersetzt nicht den fehlenden Nachweis beim primären Endpunkt nach sechs Monaten.

Fazit

Die Studie belegt in ihrem untersuchten Kontext keinen anhaltenden Vorteil beim primären Lebensqualitätsendpunkt. Sie liefert keine Grundlage für eine persönliche Selen-Einnahmeempfehlung.

Quellen

  1. Ahn HY, Lee MJ, Jung KY, Kim HJ, Jung EH, Chung CW, Kim K, Jang J, Park YJ, Lee JK, Cho SW. (2025). Selenium vs Control for Graves Ophthalmopathy in a Selenium-Sufficient Area: A Randomized Clinical Trial.. JAMA ophthalmology. DOI: 10.1001/jamaophthalmol.2024.6337. PMID: 40014353.