Zusammenhang zwischen Biotineinnahme und der Leistung hormoneller und nicht hormoneller Tests bei gesunden Erwachsenen
In der kleinen Studie verfälschte Biotineinnahme mehrere Labortests. Ob Werte zu hoch oder zu niedrig ausfielen, hing vom Testaufbau ab.
Studiendesign
Sechs gesunde Erwachsene nahmen an einer nicht randomisierten Crossover-Studie ohne Placebogruppe teil. Das Protokoll sah sieben Tage lang täglich 10 mg Biotin vor. Diese Menge beschreibt die Studienexposition und ist keine Einnahmeempfehlung.
Untersucht wurden 37 Immunoassays, also immunologische Messverfahren, für elf Analyte auf vier Diagnostiksystemen.
Ergebnisse
Neun der 23 biotinylierten Tests zeigten eine Interferenz. Bei den 14 nicht biotinylierten Tests wurde keine solche Störung beobachtet. Der Vergleich ergab p = 0,007.
Die Richtung hing vom Messprinzip ab: Fünf von acht kompetitiven Tests ergaben falsch hohe Werte, vier von fünfzehn Sandwich-Tests falsch niedrige Werte. Diese Zahlen beziehen sich auf die untersuchten Verfahren, nicht auf einen Anteil aller verfügbaren Labortests.
Grenzen und Sicherheit
Die kleine Stichprobe, überwiegend normale Ausgangswerte und fehlende Randomisierung begrenzen die Übertragbarkeit. Eine formale Dosis-Wirkungs-Untersuchung zur Pharmakokinetik, also zum Verlauf von Biotin im Körper, fehlte. Die Mindestdosis und Dauer für Testverfälschungen blieben deshalb unbestimmt.
Fazit
Die Studie belegt Teststörungen unter den untersuchten Bedingungen. Sie liefert keine universell sichere Dosis und keine allgemeine Karenzfrist vor Blutuntersuchungen.