Niacin – ein Übersichtsartikel für die Nordischen Ernährungsempfehlungen 2023
Der NNR-Hintergrundreview 2023 ordnet Funktionen, Versorgung und Grenzen der Niacinforschung ein. Er setzt selbst keine neuen Referenzwerte fest.
Entstehungsgrundlage
Der beauftragte Scoping-Review erfasst den Forschungsstand als Grundlage für NNR 2023. Die Literaturrecherche erfolgte am 2. Juli 2021 und wurde am 1. August 2022 aktualisiert. Die Entscheidung über Referenzwerte bleibt beim NNR-Komitee.
Zentrale Aussagen
Niacin umfasst Nicotinsäure, Nicotinamid und Verbindungen mit Nicotinamidaktivität. Es ist Vorstufe der Coenzyme NAD und NADP. Im Mittel werden 60 mg Tryptophan aus der Nahrung einem Milligramm Niacinäquivalenten gleichgesetzt.
Für die Beurteilung des Niacinstatus und die Ableitung des Bedarfs ist die Ausscheidung von Nicotinamidabbauprodukten im Urin ein wesentliches Kriterium. Der Review identifizierte seit 2012 keine starke Evidenz, die voraussichtlich eine Änderung der Referenzwerte erforderlich machen würde.
Grenzen und Sicherheit
Studien mit pharmakologischen Niacinmengen tragen laut Review nicht sinnvoll zur Ableitung des Ernährungsbedarfs gesunder Bevölkerungsgruppen bei. Eine medizinisch untersuchte Menge lässt sich daher nicht als allgemeiner Nährstoffbedarf lesen.
Übermäßige Zufuhr über Supplemente, angereicherte Lebensmittel oder Arzneimittel kann Nebenwirkungen verursachen. Dabei sind Nicotinsäure und Nicotinamid zu unterscheiden. Der Hintergrundreview legt keine neue obere Zufuhrgrenze fest.
Fazit
Die Übersicht liefert eine ernährungswissenschaftliche Grundlage und trennt den normalen Bedarf von pharmakologischen Anwendungen. Eine individuelle Supplementempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.