Überarbeitete D-A-CH-Zufuhrempfehlungen für Folat: Wie viel wird benötigt?
Die Publikation erklärt die D-A-CH-Folatwerte von 300 µg täglich für Erwachsene. Die Einheit sind Folatäquivalente; daraus folgt keine persönliche Supplementdosis.
Was erläutert die Publikation?
Die Arbeit von 2014 beschreibt die 2013 überarbeiteten D-A-CH-Zufuhrempfehlungen für gesunde Bevölkerungsgruppen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Ableitung stützt sich auf metabolische Studien sowie eine Literaturübersicht zu Folatzufuhr und Folatstatus gesunder Erwachsener. Sie ist keine klinische Supplementstudie.
Folatäquivalente berücksichtigen, dass synthetische Folsäure besser verfügbar ist als Nahrungsfolate. Ein Wert in µg Folatäquivalenten ist deshalb nicht einfach dieselbe Menge synthetischer Folsäure.
Wie wurden die Werte abgeleitet?
Die Ableitung verwendete einen geschätzten durchschnittlichen Bedarf von 220 µg Folatäquivalenten täglich. Mit einem Zuschlag und anschließender Rundung ergab sich die Zufuhrempfehlung von 300 µg Folatäquivalenten täglich.
Die Senkung von Homocystein galt nicht länger als primäres Ziel dieser Ableitung. Große Interventionsstudien hatten keinen entsprechenden Vorteil für die sekundäre oder tertiäre Herz-Kreislauf-Prävention gezeigt. Die Begründung betrifft die Referenzwertableitung und ist keine pauschale Aussage über alle Folatwirkungen.
Welche Referenzwerte nennt die Quelle?
| Bevölkerungsgruppe | Folatäquivalente pro Tag |
|---|---|
| Erwachsene, einschließlich älterer Menschen | 300 µg |
| Schwangere | 550 µg |
| Stillende | 450 µg |
Daneben behielt die Publikation die Empfehlung von 400 µg synthetischer Folsäure täglich für Frauen mit Schwangerschaftswunsch bis zum Ende des ersten Trimesters bei. Das ist die in dieser historischen Quelle berichtete bevölkerungsbezogene Empfehlung. Sie ist von den Folatäquivalenten der Nahrungszufuhr zu unterscheiden und hier keine persönliche Anweisung.
Grenzen der Ableitung
Für Kleinkinder, Kinder und Jugendliche fehlten empirische Bedarfsdaten. Ihre Referenzwerte wurden aus dem Erwachsenenbedarf mithilfe von Körpergewicht und Wachstumsfaktoren hochgerechnet. Auch insgesamt beruht die Ableitung nicht in allen Punkten auf vollständiger experimenteller Evidenz.
Fazit
Die Publikation erklärt, wie die D-A-CH-Referenzwerte für Folat zustande kamen und warum Folatäquivalente von synthetischer Folsäure getrennt werden müssen. Die Werte dienen der allgemeinen Ernährungsorientierung gesunder Bevölkerungsgruppen und sind keine individuelle Supplementverordnung.